KUNST IM HOTEL

KUNST IM HOTEL haben wir als Konzept etabliert, als wir das Haus im Juni 2009 übernommen haben.

Gleich zweimal im Jahr bieten wir einem Künstler oder einer Künstlerin die Gelegenheit, außerhalb des Ateliers Werke in einer besonderen Wohnumgebung zu inszenieren. Dies kommt einem privaten lebendigen Raum so viel näher als die Neutralität des White Cube einer Galerie.

Der gesamte öffentliche Bereich unseres Hauses wird zu einem flexiblen visuellen Kunstraum. Mit jeder Ausstellung verwandelt sich dieser Raum auf’s Neue.

In den sehr unterschiedlichen Ausstellungen aus verschiedenen  Gattungen von Malerei, Zeichnung, Graphik oder Photographie spiegelt sich die Vielfalt von zeitgenössischen künstlerischen Ausdrucksformen wider.

Aktuell: Detlef Möhrstädt. FIKTIVE LANDSCHAFTEN – IM AUGE DES BETRACHTERS.
Malerei und Material-Collagen.

„Im Auge des Betrachters“

Detlef Möhrstädt hat Freude an lebendigen Farben, an Harmonien und Kontrasten. Seine leuchtende Acryl-Malerei und seine hochglänzenden Resin-Arbeiten wollen gar nicht gegenständlich sein.

Und so geht der Titel, den er für seine Ausstellung bei uns im Haus gewählt hat, eigentlich fast schon einen Schritt zu weit: „Fiktive Landschaften“. Denn wer in seinen Arbeiten etwas erkennt, etwa einen Horizont, das Meer oder eine Landschaft, kann dies gern tun. Das muss aber nicht so sein, zumindest nicht zwingend. Es kann auch lediglich ein Gefühl, eine ungefähre Anmutung oder ein Eindruck sein, der sich bei der Bildbetrachtung ergibt.

Als Künstler will Detlef Möhrstädt gar nichts abbilden oder zeigen, sondern er hat vielmehr einfach Freude daran, die Farben an sich zum Strahlen zu bringen. Seine Arbeiten sollen eine Anregung, Inspiration und Einladung sein, sich bei der Bildbetrachtung auf die eigenen Gefühle, Erinnerungen und Assoziationen einzulassen und sich auf diesem unmittelbaren Weg das Bild für sich selbst anzueignen.

Keine Bildtitel

Detlef Möhrstädt verzichtet ganz bewusst und sehr konsequent darauf, seinen Arbeiten Namen zu geben. Er führt dazu aus:

„Titel werden Sie bei meinen Acrylbildern nicht finden, sondern nur eine Jahreszahl in Verbindung mit einer Nummer. Damit möchte ich den Betrachter auffordern, sich ohne Hinweise eigene Gedanken zu machen über das, was es zu sehen und interpretieren gibt. Dies muss nicht zwingend dasselbe sein wie das, was ein anderer Betrachter sieht.“

Wenn es um die Bildrezeption geht, zitiert Detlef Möhrstädt gern die irische Schriftstellerin Margaret Wolfe Hungerford: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“. Und damit ist für ihn sein Anliegen gut zusammengefasst.

Er ist oft überrascht und freut sich über die teils unerwartet starken spontanen Reaktionen seines Publikums. So erzählt er mit einem Lächeln, dass nun eine seiner Arbeiten – großformatig und im Wesentlichen in einem kräftigen, satten Rot – inzwischen auch in seinem Kopf unverrückbar als „Das fette Rote“ verankert ist. Denn so hat es ganz spontan eine Freundin seines Sohnes genannt, für die er dieses Bild gemalt hatte.

Kunst schaffen heißt Lernen

Zur Malerei hat Detlef Möhrstädt erst vergleichsweise spät gefunden. Anders als zur Fotografie, mit der er sich bereits seit seiner Schulzeit beschäftigt. Hier sind es vor allem Motive, die er auf seinen Reisen findet. New York, Paris, Kuba und die Azoren sind ebenso dabei wie Ansichten von Düsseldorf oder vom Niederrhein, wo er lebt. Seine Liebe zu leuchtenden Farben begegnet uns übrigens auch hier.

Detlef Möhrstädt ist ein passionierter Autodidakt: Wach, aufmerksam und in höchstem Maße interessiert, Neues dazuzulernen. Erst im letzten Jahrzehnt hat er seine Liebe zur Malerei entdeckt. Seither widmet er sich – neben seiner Fotografie – intensiv der abstrakten Acryl-Malerei. Er war Schüler von Martina Kissenbeck und Hinrich Schüler, beide Düsseldorf, und von Viorel Chirea, Aachen. Er besucht regelmäßig Seminare und Workshops, um seine Techniken weiter zu entwickeln. Und so hat er sich auch von Stefanie Etter, Schorndorf, die Geheimnisse des Arbeitens mit Epoxidharz (Resin) zeigen lassen. Was ihn daran begeistert? Der unglaubliche Glanz und die glasklare, spiegelnde Oberfläche, die den kraftvollen Farben eine ganz eigentümliche Intensität und Tiefe gibt.

Ausstellung bis Winter 2022

COPYRIGHT Michaela Hagen (Text & Fotos) und Detlef Möhrstädt (Kunstwerke)