
David R. Hawkins’ Reisebilder. Poetische Malerei und Collage.
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11. April 2026Das Wetter zeigt sich in diesen Tagen ziemlich wechselhaft. Umso schöner, wenn – nach Kälte und Regen – der blaue Himmel durch die Wolken blitzt , und die Sonne das graue Licht vertreibt. Untrügliche Zeichen dafür, dass es Frühling ist, sind das laute Zwitschern der Vögel und die vielen bunten Blumen, die sich nun in den Gärten und Parks zeigen. Ganz klar: die Natur ist auf „Neustart“ eingestellt.
Wie kraftvoll und lebendig das ist, zeigt sich erst im Kontrast. Rainer Maria Rilke hat mit seinem „Frühling“ dazu ein wunderbares Gedicht geschrieben. Es geht um die Kraft des Frühlings, der selbst einer unbewegten Steinskulptur Lebendigkeit und Frische verleiht.
Denn die gräulich verwitterte Statue eines „Steinapoll“ steht zunächst unbewegt inmitten von welkem Laub. Augenfälliger lässt sich Starrheit wohl nicht zum Ausdruck bringen. Ein kräftiger Luftzug sorgt jedoch für Bewegung und fegt nicht allein die welken Blätter fort, sondern sorgt überdies dafür, dass auch der unbewegte Apollo ein wenig nach Frühling aussieht. Seine Stirn ziert nun ein „Syringenkranz“. Was das ist? Ein Kranz aus frischen Blüten. „Blauend“ noch dazu. Klingt schön? Ist es auch.
Hier ist nun das Gedicht. Zum Selberlesen.
Rainer Maria Rilke, Frühling
Die Vögel jubeln – lichtgeweckt -,
die blauen Weiten füllt der Schall aus;
im Kaiserpark das alte Ballhaus
ist ganz mit Blüten überdeckt.
Die Sonne schreibt sich hoffnungsvoll
ins junge Gras mit großen Lettern.
Nur dorten unter welken Blättern
seufzt traurig noch ein Steinapoll.
Da naht ein Lüftchen, fegt im Tanz
hinweg das gelbe Blattgeranke
und legt um seine Stirn, die blanke,
den blauenden Syringenkranz.
Rainer Maria Rilke, 1875 – 1926






